Nachruf Prälat Hubert Schuler

Geschrieben am: 31. März 2022

„Heute ist Prälat Hubert Schuler, ehemals Domdekan und mehr als 20 Jahre Leiter des Seelsorgeamtes des Bischöflichen Ordinariats, im Alter von 83 Jahren verstorben“, so die aktuelle Nachricht am 25.3.2022 im Bistum Speyer, eine Nachricht, die auch uns tief berührte.

Für den ehemaligen Diözesanjugendseelsorger und Leiter der Diözesanstelle für Ehe- und Familienseelsorge, war die Nähe zu Menschen mit Behinderung ein Herzensanliegen. Von Bischof Dr. Anton Schlembach im Oktober 1987 mit der Leitung des Seelsorgeamtes beauftragt, zählte neben der Familien- und Jugendseelsorge u.a. auch die Krankenhaus- und Behindertenseelsorge zu seinen Aufgaben, war in seiner Vita zu lesen. Diese Beauftragung blieb für ihn Lebensauftrag. Unvergessen bleibt für uns die Pilgereise der Lebenshilfe nach Lourdes im Jahr 2009, in der er uns als geistlicher Leiter die Geheimnisse unseres Glaubens an dieser bedeutenden Walfahrtstätte des Christentums sowie auf den Stationen auf der Hin- und Rückreise in besonderer Weise nahebrachte.

Prälat Hubert Schuler mit Weihbischof Otto Georgens (Mitte) und Pfr. Peter Nirmaier (links) beim Tag der Begegnung in Speyer, im Jahr 2007.

 

Für Prälat Hubert Schuler gab es auch nach seinem Ausscheiden aus dem Domkapitel, am 1.12.2008, keinen Ruhestand. Manchmal scherzten wir miteinander über seinen „Unruhestand“.

Bei den Special Olympics Rheinland-Pfalz in Speyer – im Bild mit Karl-Heinz Thommes, dem langjährigen Präsidenten und Mitbegründer des Landesverbandes bei der Schlussveranstaltung im Jahr 2015 – war er begeisterter Beobachter der Sportwettbewerbe; die persönliche Nähe zu den Sportlerinnen und Sportlern waren ihm wichtig.

 

Bis zum Ende des Jahres 2019 feierte er regelmäßig mit uns Gottesdienst und war mit Pastoralreferentin Sabine Alschner und Pastoralreferent Heinrich Schmith für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung wichtige Bezugsperson in ihren spirituellen und religiösen Bedürfnissen. Spirituelle Begleitung von Menschen mit Behinderung hieß für ihn: offen sein für deren Anliegen und offen sein, für die Anliegen und Sorgen ihrer Angehörigen.

Weihnachten 2011, nach der Christmette im Raum der Stille, in unserer Einrichtung in Speyer.

 

Mit Sabine Alschner und Heinrich Schmith führte er nach dem Tode von Pfarrer Herrmann Weidler im Jahr 2011 fort, was dieser bei uns im Raum der Stille in unserer Einrichtung in Speyer begonnen hatte: Die regelmäßige Hl. Messe am jeweils ersten Sonntag im Monat, für und mit Menschen mit Behinderung. Dass Jesus uns Menschen nahe ist und bleibt, dass er da ist, in guten wie in schlechten Tagen, diese frohmachende Botschaft in verständlicher Sprache zu vermitteln, war auch für ihn gelebter Auftrag in seinem priesterlichen Dienst.

Prälat Hubert Schuler stand in der Nachfolge des Herrn an der Seite der Menschen, denen Gottes Liebe Lebensinhalt ist, war und bleibt. Mit dankbarem Herzen bleiben wir mit dem Verstorbenen verbunden, im Gebet und in guten Erinnerungen an unsere vielfältigen Begegnungen. Seine frohmachende Verkündigung, dass alle Menschen bei Gott ein neues, ewiges Leben in seiner Liebe erwarten dürfen, erklärt unseren Wunsch: Dass Gott der Herr ihm dieses schenken möge. Ihm, dem Herrn unserem Gott aber danken wir: Für den Menschen Hubert Schuler, der unsere Gemeinschaft mit seiner ansteckenden Lebensfreude bereicherte und uns als Seelsorger mit seinem anregenden Glaubenszeugnis Wegweiser war und bleiben wird.

Für die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt, und für seine Freundinnen und Freunde vom Gottesdienstkreis der Lebenshilfe,

Gerhard Wissmann

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