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Mitgliederversammlung zeigt: Lebenshilfe macht selbstbestimmte Teilhabe erlebbar

Geschrieben am: 2. November 2026

Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt würdigt Weihbischof em. Otto Georgens und zeigt, wie Zugehörigkeit im Alltag wächst.

„Die Lebenshilfe ist meine Familie!“ – mit diesen Worten bedankte sich der emeritierte Weihbischof Otto Georgens für seine Ernennung zum Ehrenmitglied der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt. Zwei Bewohnerinnen der Wohnstätte Schifferstadt überreichten ihm die Urkunde bei der Mitgliederversammlung am 27. Oktober 2026 im Pfarrheim Herz-Jesu in Schifferstadt, zu der 30 Mitglieder zusammenkamen.

Vorsitzender Gerhard Wissmann würdigte die langjährige und herzliche Verbundenheit des neuen Ehrenmitgliedes mit der Lebenshilfe sowie dessen Einsatz für die Würde und die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Der Lebenshilfe-Vorstand hatte die Ehrenmitgliedschaft am 14. Oktober diesen Jahres einstimmig beschlossen. Die Begegnungen und das persönliche Miteinander, die Weihbischof em. Georgens mit der Lebenshilfe verbinden, waren das Highlight des Abends.

Teilhabe beginnt im Alltag

Die Berichte des Vorsitzenden und von Geschäftsführer Martin Zimmer zeigten, wie vielfältig selbstbestimmtes Leben sein kann: Von gemeinsam Sport treiben, eigene Kunst öffentlich präsentieren oder Freundschaften und Partnerschaften nach den eigenen Vorstellungen gestalten – die Lebenshilfe begleitet Menschen mit Behinderung in unterschiedlichen Lebensphasen und schafft mit ihren Partnern in der Region Möglichkeiten, selbstverständlich dazuzugehören.

So verbindet z.B. „JungLe in Bewegung“ die Junge Lebenshilfe mit dem Judomaxx Speyer. Bei diesem Projekt werden Kinder und ihre Familien beim Zugang zu Sportangeboten begleitet. Die Zusammenarbeit mit FitCamp ermöglicht Bewohner*innen der Lebenshilfe, mit Unterstützung von Sporttherapeut*innen im Fitnessstudio zu trainieren. Auch die gemeinsame Teilnahme am BASF-Lauf, am Schifferstadter Rettichfestumzug und am Speyerer Brezelfestumzug macht Begegnung im öffentlichen Leben möglich.

Auch im kreativen Bereich bringt die Lebenshilfe durch das Atelier Molemol künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten von Menschen mit Behinderung in die Öffentlichkeit. Öffentliche Ausstellungen in der Region schaffen Raum für ihre Werke und für Gespräche mit dem Publikum. Das von Aktion Mensch geförderte Projekt „Selbstbestimmte FLiPaS“ widmet sich einem weiteren persönlichen Lebensbereich. Es unterstützt Menschen mit Behinderung, Freundschaft, Liebe, Partnerschaft und Sexualität selbstbestimmt zu gestalten und zielt darauf ab, das bestehende gesellschaftliche Tabu zu brechen.

Verlässliche Unterstützung braucht Menschen

Damit Teilhabe im Alltag gelingt, braucht es qualifizierte Mitarbeitende und verlässliche Beziehungen. Die Lebenshilfe setzt deshalb auf Aus- und Weiterbildung und auf eine wertschätzende Zusammenarbeit. So erleichtern Willkommenstage neuen Kolleg*innen den Einstieg. Mit der Einführung der Positiven Psychologie und der Weiterbildung von Führungskräften im Ansatz PERMA-Lead richtet sie den Blick auf Stärken und ein gutes Miteinander.

Zugleich bezog die Lebenshilfe klar Stellung für die Rechte von Menschen mit Behinderung. Fehlende Fachkräfte und der Mangel an barrierefreiem Wohnraum erschweren selbstbestimmtes Leben. Mögliche Kürzungen bei Teilhabeleistungen sieht die Lebenshilfe daher mit großer Sorge. Sie appelliert, dass Menschen die Unterstützung erhalten sollen, die sie für ihren eigenen, selbstbestimmten Lebensweg brauchen.

„Die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt begleitet heute in unserer Region Menschen mit Behinderung von ihrer Kindheit bis ins hohe Alter – ja, bis zu ihrem Tod.“ Dies hervorzuheben war dem Vorsitzenden Gerhard Wissmann besonders wichtig. Sein ausdrücklicher Dank galt der Geschäftsleitung, den Mitarbeitenden, aber auch den Eltern und Angehörigen, die die Arbeit der Lebenshilfe konstruktiv unterstützen: „Denn ohne einen unermüdlichen Geschäftsführer, ohne ein kompetentes Leitungsteam und ohne die vielen Beschäftigten, die mit viel Herzblut eine großartige Arbeit am und für Menschen leisten, die uns anvertraut sind, wäre die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt nicht in dem Maße geschätzt und anerkannt, wie wir es dankbar erfahren dürfen.“

Rückhalt für die weitere Arbeit

Die Mitgliederversammlung entlastete den Vorstand für das Haushaltsjahr 2025 ohne Gegenstimmen. Die betroffenen Vorstandsmitglieder sowie ein weiteres Mitglied enthielten sich. Die Beschlüsse wurden insgesamt weitgehend einstimmig gefasst.

Der Abend verband den Rückblick auf die Arbeit der Lebenshilfe mit dem Dank an die Menschen, die sie tragen: Mitarbeitende, Angehörige, Ehrenamtler*innen und Kooperationspartner. Zum Abschluss lud Vorsitzender Wissmann dazu ein, gemeinsam mit Weibischof em. Otto Georgens auf dessen Ehrenmitgliedschaft anzustoßen.